Generation Fridays for Future?

Dass Fridays for Future die Poltik beeinflusst hat und auch immer noch beeinflusst, ist wohl unumstritten. Die Jugendbewegung, die durch die damals 15 Jährige Schwedin Greta Thunberg initiiert wurde, prägte die Politik der letzen inzwischen fast zwei Jahre. Die jungen Aktivist*innen setzten das Thema Klimaschutz auf die politische Agenda. Ohne diese wären sicherlich viele Themen nicht im politischen Berlin und den Landesregierungen angekommen.

Doch ist das Fridays-for-Future-Aktivist*in-sein mehr als nur Klimagerechtigkeit. Fridays for Future zeigt sich nicht als Klimaschutz-, sondern als Klimagerechtigkeitsbwegung. Themen wie soziale Gerechtigkeit und Demokratie sind genauso Themen, wie der Klima- und Umweltschutz. Diesen Themen gingen von einer Generation aus, die in einer Zeit der wachsenden politischen Extreme aufwächst. Die AfD zieht als erste nationalkonservative – in den Augen vieler rechtsextreme – Partei 2017 in den Bundestag ein, mit Donald Trump wird ein Mann US-Präsident, den sogar einige seiner Anhänger als Idiot bezeichnen und der die antroprogene (also Menschen-gemachte) Erderwärmung leugnet und aus dem Pariser Klimaabkommen aussteigen will. Diese Generation wird mehr und mehr zu Müllverwaltern degragiert, die die Fehler der vorherigen Generationen (mangelnder Klimaschutz, fehlende Demokratisierung, etc.) nun ausbaden oder rückgängig machen soll.

Doch gerade die globale Erderwärmung ist ein zeitkritisches Geschehen. Wenn durch die Erwärmung nur genügend Kipppunkte ausgelöst werden, lässt sie sich gar nicht mehr aufhalten. Genau das ist der jungen, aufbegehrenden Generation bewusst. Dieser Generation ist auch bewusst, dass sie nicht für etwas Abstraktes auf die Straße gehen, sondern für eine konkrete Gefahr, die immer näher rückt und diese Generation wahrscheinlich auch noch am eigenen Leib erfahren wird, wenn nicht entschieden und umfassenend gehandelt wird.

In einer weiteren Hinsicht sind die jungen Aktivist*innen auch besonders. Vor allem weil Protestbewegungen häufig mit mangelender Aufmerksamkeit zu kämpfen haben, brechen die Aktivist*innen mit der Konvention der brav in die Schule bzw. Universität gehenden Generation. Dafür werden sie von vielen Politiker*innen kritisiert, aber auch geachtet, dazu bekommen sie dafür auch die Aufmerksamkeit und lenken diese dann auf die Probleme der Welt, vor allem aber auf die Forderung nach Klimagerechtigkeit.

Man kann also von einem schon fast schon neuen Konstrukt, einer Generation Fridays for Future sprechen.

Bild-Quelle: https://www.tagesspiegel.de/images/54833116/26212872/2-format43.jpg

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